Traumhaft blauer Himmel am morgen um 9 Uhr. Ich entscheide mich in Richtung Kiel zumindest bis nach Neumünster mit dem Liegerad zu fahren. Über die Qualität der Radwege kann ich nicht meckern, über gaffende Radfahrer die gerne mal stehen bleiben, schon.
Ich bin jedoch in Urlaubsstimmung und verzeihe großzügig. In Neumünster kurz ein Abstecher zur Oma, und dann weiter mit dem Zug nach Kiel. Hier angekommen offenbart sich meine "Flusigkeit"."Ostterminal" ist nicht gleich "Ostuferhafen". Fazit: Ein Umweg von 4 Kilometern. Ich erreiche dennoch um 19 Uhr die Fähre zum Check in. Ich finde recht schnell meinen gebuchten Schlafsessel. Den ignoriere ich anfangs und suche mir eine Stelle wo ich meine Isomatte ausbreite. Ich bin nicht der einzige Bodenschläfer. Außer kollektives Fussball gucken (WM, Deutschland gegen Serbien) und gelegentliches an Deck gehen, verläuft die Überfahrt ereignislos.
Nachts mache ich mir Gedanken ob ich die anderen durch mein Schnarchen wecke. Letztendlich kommt es dann ganz anders: Die anderen schnarchen, ich bin wach.
18.6.2010: Klaipeda (Litauen)
Ankunft um 18 Uhr in Klaipeda. Der Hafen ist verdammt lang. 12 Kilometer erst ein mal bis zur Hafeneinfahrt an die Küste zurück. Die ersten Kontakte mit litauischen Autofahrern machen mir Mut. Oft Rücksichtslos, aber sie lassen mich am leben.


Mein Zimmer ist schick, mit Dusche und WC, inkl. TV. Das TV Programm verstehe ich nicht, dafür die Schreie aus dem Nachbargarten (ich blicke von der ersten Etage in ihm rein). Hier schlagen sich zwei Ü 30 Kerle. Der eine blutet schon aus einer Wunde am Kopf. Der Plastikgartenstuhl mit dem der andere ihn schlägt, sorgt nicht unbedingt für Besserung. Ich bin erschrocken und flitze runter in die Gaststube und bitte die Wirtin doch die Polizei zu rufen.
Nach dem Schreck esse ich etwas und und "entsorge" zwei mitgebrachte Dosen Becks Bier am Strand.

Ich glaube mir gefällt es hier trotz der groben "Umgangsformen".
Fortsetzung folgt....
In unregelmässigen Abständen werde ich euch hier im Magazin mit meinen Reiserlebnissen konfrontieren. Nachdem die Reaktionen im letzten Jahr durchweg positiv waren, stelle ich euch nun ein Teil des Baltikums vor. Wie immer gilt: Fragen sind erlaubt. Mich würde es freuen bei dem einen oder der anderen etwas Begeisterung für das Radreisen hervorzurufen.
Ich erwähne jetzt schon mal vorweg das ich plane in Kooperation mit ProJugend Elmshorn e.V. und dem ADFC im nächsten Jahr eine Radreise in Schweden anzubieten. Das ist noch nicht in trockenen Tüchern, aber unverbindliches Interesse darf gerne geäußert werden....







