
Marian versucht, sich und seiner Frau einzureden, er könne die Rolle so spielen, dass der Titel-Bösewicht zum Sympathieträger würde. Doch selbst diese fromme Absicht macht sich der Film geschickt zunutze – sie steigert am Ende sogar noch dessen Wirkung auf die Massen. Marians Verstrickung in die Folgen dieser genau geplanten filmischen Propagandawaffe ist nicht mehr aufzuhalten.
Schon während der Dreharbeiten spitzt sich die Situation in seinem privaten Umfeld zu. Durch seine zunehmende Veränderung abgestoßen, entfremdet sich seine Frau von ihm.
Im Gartenhaus der Familie hat zudem ein früherer Kollege von Marian, der jüdische Schauspieler Adolf Wilhelm Deutscher (HERIBERT SASSE) Unterschlupf gefunden. Das Dienstmädchen Britta (ANNA UNTERBERGER) verrät dies ihrem Freund, dem SA-Mann Lutz (ROBERT STADLOBER), der Deutscher verhaftet und deportieren lässt.
Marians persönliche Tragödie nimmt ihren Lauf. Der nationale und internationale Erfolg von JUD SÜSS, der bei der Festivalpremiere in Venedig auch einen italienischen Filmkritiker namens Michelangelo Antonioni begeistert, ist da nur ein kurzes, rauschhaftes Intermezzo. Zunehmend durchschaut der neue NS-Superstar die gesellschaftliche Wirkung seines Films und den verbrecherischen Charakter des Regimes, das seinen Freund Deutscher ins KZ steckt. Seine Alkoholexzesse und Seitensprünge sind verzweifelte Ablenkungsversuche – durch die er das Missfallen Goebbels’ erregt. Um ihn unter Kontrolle zu bringen, lässt der Minister Anna deportieren. Doch das beschleunigt Marians Niedergang nur noch, auch seine tschechische Geliebte Vlasta (ERIKA MAROSZÁN) ist für ihn kein Halt. Vom größten Erfolgsfilm seines Lebens will er nichts mehr wissen.

Stolz präsentiert Joseph Goebbels (Moritz Bleibtreu) die Schauspieler Kristina Söderbaum (Paula Kalenberg), Ferdinand Marian (Tobias Moretti) bei der Premiere in Venedig.

Joseph Goebbels (Moritz Bleibtreu) und Ferdinand Marian (Tobias Moretti).
Nach Kriegsende erlebt Marian, wie sich die anderen am Film beteiligten Künstler reinwaschen, allen voran Regisseur Veit Harlan (JUSTUS VON DOHNÁNYI). Bei einem Sommerfest in München begegnet er dem KZ-Überlebenden Deutscher wieder, der ihm von Annas Tod berichtet. Als er auch noch mit ansehen muss, wie Vlasta mit einem US-Soldaten intim wird, bricht er zusammen. Er setzt sich ins Auto für eine Fahrt ohne Wiederkehr.
Freigegeben ab 12 Jahren
www.jud-suess-film.de
www.jud-suess-film.de







